Energieausweis, ab 1.12.2012 Pflicht bei Verkauf oder Vermietung einer Immobilie, Strafen bis zu 1.450,-€ Wer eine Wohnung oder ein Haus vermietet oder verkauft, muss dem Käufer oder Mieter einen Energieausweis vorlegen, der unter anderem über den Heizwärmebedarf des Objektes Auskunft gibt. Vorgeschrieben ist dieser Energieausweis für eine Immobilie seit Anfang 2009, jedoch wurde es oft verabsäumt. Denn das Erstellen eines solchen Ausweises kostet bei Mehrfamilienhäusern etwa 1 € pro Quadratmeter, in Einfamilienhäusern oft deutlich mehr. Wurde kein entsprechender Ausweis vorgelegt, gab es bisher keinerlei Sanktionen. Dies wird sich nun gravierend ändern. Das Inkrafttreten des neuen EAVG 2012 (ab 1.12.2012) wird massive Veränderungen nach sich ziehen, die im speziellen die Immobilienmakler treffen wird. Im Folgenden werden die Grundlagen für die Erstellung des Energieausweises, die notwendigen Kennzahlen bei Inseraten in abgedruckten und elektronischen Medien, als auch die Strafhöhe genauer in Augenschein genommen: Angabe des Heizwärmebedarfs und Gesamtenergieeffizienz-Faktors in Verkaufs- oder Vermietungsanzeigen Bei Verkauf oder Vermietung von Gebäuden oder Nutzungsobjekten, für die ein Energieausweis vorliegt, wird bereits in den Verkaufs- oder Vermietungsanzeigen (Zeitungsinserate, Inserate in elektronischen Medien) der Heizwärmebedarf (HWB) und der Gesamtenergieeffizienz-Faktor (fGEE) angegeben, soweit keine Ausnahmeregelung besteht. Nachdem es sich bei dem Gesamtenergieeffizienz-Faktor um eine Neuschöpfung handelt, reicht die Angabe des Heizwärmebedarfs aus, wenn es sich um einen höchstens zehn Jahre alten und im Einklang mit der Gebäuderichtlinie 2002/91/EG erstellten Energieausweis handelt. Vorlage- und Aushändigungspflicht Die Verkäuferin/der Verkäufer bzw. die Bestandgeberin/der Bestandgeber muss den potentiellen Käuferinnen/Käufern bzw. Bestandnehmerinnen/Bestandnehmern den Energieausweis vorlegen. Dieser darf höchstens zehn Jahre alt sein. Während der Vertragsverhandlungen reicht ein "Zeigen" des Energieausweises rechtzeitig vor Abgabe der Vertragserklärung aus, bei Vertragsabschluss muss der Vertragspartnerin/dem Vertragspartner der Energieausweis (oder eine vollständige Kopie davon) innerhalb von 14 Tagen ausgehändigt werden. Strafbestimmungen Ein Verkäufer, Bestandgeber oder Immobilienmakler, der es unterlässt, in der Verkaufs- oder In-Bestand-Gabe-Anzeige den Heizwärmebedarf und den Gesamtenergieeffizienz- Faktor des Gebäudes oder des Nutzungsobjekts anzugeben, begeht, sofern die Tat nicht den Tatbestand einer gerichtlich strafbaren Handlung erfüllt oder nach anderen Verwaltungsstrafbestimmungen mit strengerer Strafe bedroht ist, eine Verwaltungsübertretung und ist mit einer Geldstrafe bis zu 1.450 Euro zu bestrafen. Der Verstoß eines Immobilienmaklers ist entschuldigt, wenn er seinen Auftraggeber über die Informationspflicht nach dieser Bestimmung aufgeklärt und ihn zur Bekanntgabe der beiden Werte beziehungsweise zur Einholung eines Energieausweises aufgefordert hat, der Auftraggeber dieser Aufforderung jedoch nicht nachgekommen ist. Weniger Bürokratie durch Baurechtsnovelle Ab 2012 soll eine Baurechtsnovelle Bauen in Oberösterreich kostengünstiger und weniger bürokratisch machen. Vor allem bei Bauplatzbewilligungen sind weniger behördliche Prüfungen nötig. Auch Zweckänderungen und etwa dem Anbringen von Parabolantennen bis zu einem Durchmesser von 0,5 Metern sind künftig nicht anzeigepflichtig. Im Bereich Bautechnik sollen künftig österreichweite Bestimmungen gelten. Bauen bleibt Landessache Eines vorneweg: Bauen bleibt weiterhin Landessache, auch wenn die Umsetzung der sogenannten OIB-Richtlinien eine gewisse österreichweite Harmonisierung bringt. Sie betreffen technische Vorschriften etwa in den Bereichen Schallschutz, Wärmedämmung und Brandschutz. Hier wird es künftig Erleichterungen im Bereich Holzbau geben: die bisher sehr strengen Brandschutzvorschriften werden liberalisiert, außerdem sollen Gebäude aus Holz ab 2012 vier- statt dreigeschossig errichtet werden dürfen. Entbürokratisierung der Bauordnung Neben den OIB-Richtlinien ist die neue oberösterreichische Bauordnung Teil der Novelle, sie soll entbürokratisiert werden. Baufreistellung, Bauplatzbewilligung oder Umwidmung sind künftig leichter möglich. Die Novelle betrifft sämtliche künftige Bauten - egal ob betriebliche, privaten Wohnbau oder den Bau von Wohnanlagen. Einsparungen im Ausmaß von fünf Prozent Hier erhofft sich der zuständige Landesrat Franz Hiesl (ÖVP) künftig Einsparungen im Ausmaß von fünf Prozent, wodurch auch die Mieten sinken sollten. So sind künftig keine Notkamine mehr vorgeschrieben, auch werden die Vorschriften bei Barrierefreiheit geändert: Nur mehr das Erdgeschoss soll barrierefrei sein, der Zugang zu Dachterrassen muss es nicht mehr sein und auch die künftigen Rollstuhl- oder Kinderwagenrampen dürfen kürzer und steiler gebaut werden. Auf die Frage, ob er meint, dass dieser Punkt im Landtag mehrheitsfähig sei, antwortete der Landesrat, dies sei zu verhandeln, man müsse aber bestehende Vorschriften auch kritisch hinterfragen dürfen, weil sie schließlich Kosten verursachen würden. 2012 soll die Novelle beschlossen werden. Betroffen davon sind Gebäude, die danach in Bau gehen. (Quelle:ORF 11.10.2011) Thermische Sanierung: 92 Millionen Euro abgeholt Österreichische Haushalte haben 2011 bisher rund 92 Millionen Euro an Förderungen für die thermische Sanierung abgeholt. Bisher wurde eine Summe von 780 Millionen Euro investiert. 8 Millionen Euro befinden sich noch im Fördertopf. Österreichs Unternehmen und Haushalte haben heuer bisher rund 92 Mio. Euro an Förderungen für die thermische Sanierung abgeholt und damit Investitionen von 780 Mio. Euro ausgelöst. Während die Unternehmen die ihnen zustehenden 30 Mio. Euro ausgeschöpft haben, haben Haushalte erst 62 Mio. Euro beantragt - 8 Mio. Euro sind für sie noch im Fördertopf, teilten Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner und Umweltminister Niki Berlakovich (beide V) am Sonntag in einer Aussendung mit. Von Unternehmen wurden 800 Projekte eingereicht, die Investitionen beliefen sich auf 160 Mio. Euro. Die privaten Haushalte haben bisher 15.916 Projekte eingereicht und 619 Mio. Euro investiert. Insbesondere sei der Anteil der umfassenden Sanierungen von 54 Prozent auf 68 Prozent gestiegen, hebt Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner hervor. Bis Jahresende rechnet das Wirtschaftsministerium mit Investitionen von 840 Mio. Euro und dadurch mit der Schaffung oder Sicherung von 10.000 Arbeitsplätzen. Jeder Euro aus der Förderung löse damit das vielfache an Investitionen aus, "gleichzeitig helfen wir den Konsumenten beim Energiesparen", wird Mitterlehner in der Aussendung zitiert. Die Förderung soll bis 2014 mit jährlich 100 Mio. Euro für Private und Betriebe fortgeführt werden, erinnern die beiden Minister. (Quelle: KLEINE ZEITUNG 2.10.2011) Energieausweis neu: Nächste Woche kommt die Katze aus dem Sack LINZ. Der seit 2008 schrittweise eingeführte Energieausweis für Gebäude wird bald aussagekräftiger. Zumindest der Verbrauch der Haustechnik soll mitberechnet werden. Die EU-Gebäuderichtlinie hält derzeit das Österreichische Institut für Bautechnik (OIB) auf Trab. Seine Experten erarbeiten die neuen, verfeinerten und umfassenderen Parameter für den Energieausweis neu, den die EU fordert. Künftig soll nämlich nicht nur der simple Heizwärmebedarf in kWh angegeben werden (Energiebedarf in Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr), sondern auch, ob etwa mit Sonnenkollektoren oder Photovoltaik Energie erzeugt wird und was die Haustechnik verbraucht. Donnerstag will das OIB das Angebot an neuen Parametern beschließen. Vier sollen demnach für die Länder zur weiteren Beschlussfassung zur Auswahl stehen, wie die Oberösterreichischen Nachrichten von Reinhard Schild erfuhren. Der Bauexperte und Professor an der HTL für Hochbau in Linz sitzt in der OIB-Kommission. Neben dem bisherigen Heizwärmebedarf (kWh) werden es die Energieeffizienz (Haus plus Technik), der Primärenergiebedarf (Unterscheidung in Primärenergie und erneuerbare Alternativenergie) sowie eine Maßzahl für den CO2-Bedarf sein. Im Vorfeld sickerte durch, dass sich Oberösterreich und Wien wahrscheinlich nur zum Extra-Parameter Gesamtenergieeffizienz entschließen werden. Salzburg dürfte im Alleingang auch eine Maßzahl für Wärmedämmung einführen. Oberösterreichs Bau-Innungsmeister Norbert Hartl begrüßt die verfeinerte Berechnungsmöglichkeit. Nur den Heizwärmebedarf in den Himmel zu heben, sei der falsche Weg. Sonst gäbe es mit dem Trend zur Senkung des kWh-Wertes in Verbindung mit der Wohnbauförderung nur mehr „Einheitshäuser mit Fenstern, die nicht zu öffnen Förderungen in Oberösterreich, Förderungen in OÖ Energieausweis Neu